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		<title>BFA-PPP</title>
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		<description>Aktuelles von bfa-ppp</description>
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			<title>BFA-PPP</title>
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		<lastBuildDate>Tue, 17 Jan 2012 13:15:00 +0100</lastBuildDate>
		
		
		<item>
			<title>Beitritt von Apple zur Fair Labor Association ist ein erster Schritt – weitere müssen folgen </title>
			<link>http://www.brotfueralle.ch/de/deutsch/generalarchiv/single-news/article/8/558/</link>
			<description>Vergangene Woche gab die in Washington angesiedelte Fair Labor Association (FLA) bekannt, dass...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Seit 2010 ist Apple wegen verschiedenen Skandale rund um die Produktionsbedingungen von iPads, iPhones und Computern immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Im Juni 2010 hat eine Selbstmordwelle beim Apple-Zulieferer Foxconn im chinesischen Shenzen die weltweite Öffentlichkeit aufgeschreckt. Aufgrund dieser Ereignisse verlagerte Apple einen Teil seiner Produktion ins Landesinnere von China. Zwei Berichte, die im Mai und im Oktober 2011 von <i>Brot für alle</i> und <i>Fastenopfer</i> veröffentlicht wurden, zeigten die bedauerlichen Arbeitsbedingungen in den neuen Fabrikationsbetrieben in Zhengzhou und in Chengdou auf. Trotz eines Aufrufs und einer internationalen Kampagne hat Apple jedoch nie auf die Forderungen der Zivilgesellschaft reagiert. </p>
<h5>Erstmals Liste der Zulieferer veröffentlicht </h5>
<p class="bodytext"><i>Brot für alle </i>und <i>Fastenopfer</i> hoffen, dass der Beitritt von Apple zur Fair Labor Association einen wahren Richtungswechsel bei Apple bedeutet. Die FLA ist eine Multi-Stakeholder-Initiative in der Nichtregierungsorganisationen, Vertreter der Akademie sowie der Privatwirtschaft Einsitz haben. Leider sind die Gewerkschaften bei der FLA jedoch kaum vertreten. Unternehmen, die der Initiative beitreten, verpflichten sich, einen Verhaltenscodex umzusetzen und diese Massnahmen verifizieren zu lassen. Die Resultate gewisser Audits müssen auf der Website der FLA veröffentlicht werden. Ein erster Schritt hin zu einer verbesserten Transparenz hat Apple mit der Veröffentlichung seiner Zulieferer-Liste gemacht. Bislang hat Apple im Gegensatz zu Konkurrenten wie Hewlett-Packard und Dell die Veröffentlichung dieser Liste stets verweigert. </p>
<h5>Kritische Beobachtung bleibt nötig</h5>
<p class="bodytext">„Wir werden die Politik der Unternehmensverantwortung bei Apple weiterhin kritisch beobachten“, sagt Chantal Peyer, Zuständige für Unternehmensverantwortung bei <i>Brot für alle</i>. Dazu arbeiten&nbsp; <i>Brot für alle </i>und <i>Fastenopfer</i> mit dem internationalen Netzwerk Good Electronics zusammen. „Für uns bleiben drei Forderungen zentral“, sagt Peyer: „Apple muss sich dafür engagieren, dass eine wirklich aussagekräftige Menge unabhängiger Audits vorgenommen werden und nicht nur von fünf Prozent der Geschäftstätigkeiten, wie es die FLA fordert. Zweitens muss Apple künftig sowohl bei den Audits wie in der ArbeiterInnenbildung mit lokalen Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften zusammenarbeiten. Und drittens muss Apple seine Liefertermine und seine Einkaufspolitik so gestalten, dass die Zulieferer die Forderungen des Verhaltenscodex auch effektiv&nbsp; umsetzen können.“ <br /><br /><b>Für weitere Fragen: </b><br />Chantal Peyer, Verantwortliche für Unternehmensverantwortung bei Brot für alle. <br />Telefon: 021 614 77 10 / <a href="javascript:linkTo_UnCryptMailto('nbjmup+qfzfsAcgb.qqq/di');" class="mail" >E-Mail</a></p>]]></content:encoded>
			<category>Aktuell</category>
			<category>Medienmitteilungen</category>
			<category>Entwicklungspolitik</category>
			<category>Unternehmensverantwortung</category>
			<category>Faire Computer</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 17 Jan 2012 13:15:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Brot für alle fordert ein umfassendes Insolvenzverfahren für Staatenn</title>
			<link>http://www.brotfueralle.ch/de/deutsch/generalarchiv/single-news/article/8/554/</link>
			<description>Brot für alle, Alliance Sud und Finanzplatz Schweiz begrüssen die Annahme des Postulats Gutzwiller...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Nichtregierungsorganisationen und Netzwerke weltweit setzen sich im Rahmen der Kampagne „Entschärft die Schuldenkrise“ (<a href="http://www.defusethedebtcrisis.org/" target="_blank" class="external-link-new-window" >www.defusethedebtcrisis.org</a>) für ein faires und unabhängiges Schuldenschiedsverfahren ein, das die Rechte zahlungsunfähiger Staaten schützt. Würde ein solches Verfahren heute schon existieren, hätten die grosse Verunsicherung auf den Finanzmärkten und die Eurokrise wahrscheinlich vermieden werden können. Denn Gläubiger wie Schuldner hätten gewusst, was zu tun ist.</p>
<p class="bodytext"> So sah der 2002 vom Internationalen Währungsfonds (IWF) vorgeschlagene und auch von der Schweiz unterstützte Umschuldungsmechanismus ein Panel mit Schiedsrichtern und direkte Verhandlungen zwischen Gläubigern und Schuldnern vor. Damals scheiterte diese Initiative vorab am Veto der USA. Die Schweizer NGOs sind erfreut, dass der Bundesrat nach dem positiven Ständeratsentscheid bereit ist, einen neuen Vorschlag zu erarbeiten. <br /><br />Es wäre aber nicht nachvollziehbar, wenn der Bundesrat in der neuen Regelung nur Schulden in Form von Staatsanleihen einbeziehen würde. Dies hat er in einer ersten schriftlichen Antwort auf den Vorstoss von Felix Gutzwiller so angekündigt und damit das Anliegen massiv verwässert. In ihrer mündlichen Stellungnahme im Ständerat hat Bundesrätin Widmer-Schlumpf aber angekündigt, eine Ausdehnung des Verfahrens prüfen zu wollen. Die NGOs fordern nun eine rasche Einlösung dieses Versprechens. </p>
<p class="bodytext">Nur wenn alle Schulden berücksichtigt werden, kann die Schuldensituation eines Landes umfassend beurteilt und nachhaltig geregelt werden. Und nur so kann eine Ungleichbehandlung der Gläubiger vermieden werden.<br /><br />Zudem wären die armen Länder weitgehend ausgeschlossen, wenn nur jene Staaten von der neuen Schuldenregelung profitieren sollen, die sich am Kapitalmarkt verschuldet haben. Der Bundesrat behauptet, dass die Probleme der armen Länder durch die internationale Entschuldungsinitiative für stark verschuldete Staaten (HIPC) und die Multilaterale Entschuldungsinitiative (MDRI) bereits angegangen wurden. Gelöst sind deren Schwierigkeiten damit jedoch nicht. Im Juli dieses Jahres erklärte der UNO-Generalsekretär, acht der 32 dank HIPC und MDRI weitgehend entschuldeten Länder hätten bereits wieder ein hohes Überschuldungsrisiko. Weitere acht arme Staaten, die bisher keinen Entschuldungsprozess durchlaufen konnten, steckten ebenfalls in einer schwierigen Schuldensituation. <br /><br />Kritisch beurteilen die NGOs die Absicht des Bundesrats, dem IWF eine zentrale Rolle in einem Insolvenzverfahren einzuräumen. Da der IWF Gläubiger und Gutachter in einer Person ist, führt dies unausweichlich zu Interessenkonflikten. Die NGOs fordern den Bundesrat deshalb auf, Alternativen zu prüfen, die eine unabhängige Beurteilung garantieren.<br /><br /><br /><br /><b>Für weitere Auskünfte:</b><br />Yvan Maillar Ardenti, <i>Brot für alle </i><br />031 380 65 62 / <a href="javascript:linkTo_UnCryptMailto('nbjmup+nbjmmbseAcgb.qqq/di');" class="mail" >E-Mail</a><br /><br /></p>]]></content:encoded>
			<category>Aktuell</category>
			<category>Medienmitteilungen</category>
			<category>Home</category>
			<category>Entwicklungspolitik</category>
			<category>Faire Finanzen</category>
			<category>Illegitime Schulden</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 20 Dec 2011 13:50:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Klimakonferenz in Durban – Durchbruch oder Misserfolg?     </title>
			<link>http://www.brotfueralle.ch/de/deutsch/generalarchiv/single-news/article/8/546/</link>
			<description>„Der Klima-Kompromiss“ – „historische Neuordnung der Verhandlungen“ – „ein Erfolg“: so tönte es in...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Bis 2015 soll ein neues Klimaabkommen ausgehandelt werden, welches ab 2020 in Kraft tritt und alle Staaten einbinden soll. Bis dahin ist das Kyoto-Protokoll verlängert worden. Gemäss dem Bericht des Internationalen Expertengremiums zum Klimawandel (IPCC) ist dieser Fahrplan alles andere als ambitioniert. Um die Erderwärmung nicht über 2°C ansteigen zu lassen, müssen die Emissionen im Jahr 2015 ihren Höhepunkt erreichen und die&nbsp; Industrieländer ihre Treibhausgasausstösse um 25 bis 40 Prozent reduzieren. Das wird mit diesem Fahrplan nicht erreicht. </p>
<p class="bodytext">Hinzu kommt, dass Kanada, Japan, Russland und Neuseeland keine zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls eingehen wollen. Die USA haben das Abkommen schon in der ersten Version nicht unterschrieben. So deckt das Abkommen bis 2020 gerade mal noch 16 Prozent der globalen Emissionen ab. Es ist ein Hohn, zu glauben, damit die Erwärmung unter 2°C halten zu können, wie letztes Jahr in Cancun beschlossen wurde. </p>
<p class="bodytext">Die von den einzelnen Ländern angebotenen Emissionsreduktionen führen laut Berechnung der Uno-Umweltagentur Unep zu einer Erwärmung von 3.5-4°C. Konkret heisst dies: Wetterextreme werden häufiger; seltenere, dafür heftigere Niederschläge wechseln sich mit Dürren ab. Betroffen sein werden einmal mehr vor allem arme Menschen in Entwicklungsländer, welche schon heute fast nichts zum Überleben haben. <br /><br /></p>
<h5>Entwicklungs- vs. Industrieländer</h5>
<p class="bodytext">Auch die Schweiz hat gefordert, dass alle Staaten in das neue Klima-Regime eingebunden werden sollen, da die Pro-Kopf-Emissionen in Entwicklungsländern teilweise höher seien als in Industrieländern. Dies ist jedoch nur die halbe Wahrheit. Denn in den meisten Entwicklungsländern werden Produkte hergestellt, welche in Industrieländern verbraucht werden. Daher müssten die Emissionen eigentlich den Industrieländern zugeschrieben werden. ausserdem ist der Norden nur sehr begrenzt bereit, dem Süden beim Technologietransfer zu helfen und die energieintensiven Produktionen zu reformieren.<br /><br /></p>
<h5>Greenhouse Development Rights Ansatz </h5>
<p class="bodytext">Nichtsdestotrotz macht es Sinn, dass im neuen Klima-Regime alle Staaten eingebunden werden sollen. Aber es braucht faire Rahmenbedingungen. In der Klimarahmenkonvention wird von „gemeinsamen, aber differenzierten Verantwortlichkeiten und Fähigkeiten“ gesprochen. Entwicklungsländer müssen die Möglichkeit erhalten, die Armut zu bekämpfen und sich zu entwickeln. </p>
<p class="bodytext">Um für jedes Land seinen fairen Anteil am Ganzen auszuhandeln, bietet sich der <a href="fileadmin/deutsch/2_Entwicklungpolitik_allgemein/B-Klima/pdf__Greenhouse_Development.pdf" title="pdf__Greenhouse_Development.pdf (842 KB)" class="external-link-new-window" >&quot;Greenhouse Development Rights&quot;- Ansatz (GDR)</a> an. Er verbindet den Entwicklungsstand und die wirtschaftliche Stärke eines Landes mit der historischen Schuld an den Emissionen. So wird berechnet, wie stark sich ein Land an einem globalen „Rettungsplan“ beteiligen muss. <i>Brot für alle </i>und <i>Fastenopfer </i>weisen seit der ökumenischen Kampagne 2009 darauf hin, dass nur ein umfassender Ansatz wie der GDR zu einem fairen und von allen respektierten Abkommen führen kann.<br />&nbsp;</p>
<h5>Green Climate Fund – ein leeres Versprechen? </h5>
<p class="bodytext">Klimamassnahmen brauchen Geld. Dieses häte mit dem Green Climate Fund generiert werden sollen. Der Fund wurde in Cancun beschlossen. In Durban sollte über die Umsetzung und die Finanzierung entschieden werden.  Die Operationalisierung ist über ein Arbeitsprogramm beschlossen worden und der Fonds erhält ein eigenes Sekretariat. Wer die Mittel für den Fonds bereitstellen soll, ist nach wie vor unklar. </p>
<p class="bodytext">Die Staatengemeinschaft hat es verpasst, zu den vorgeschlagenen Finanztransaktionssteuern und zu den Steuern auf internationale Transporte (sogenannte Bunkers) Stellung zu nehmen. Was nichts anderes heisst, als dass die ärmsten Länder nicht wissen, ob die überlebensnotwendigen Anpassungen an die Auswirkungen des Klimawandels umsetzbar sein werden oder nicht. <br /><br /></p>
<h5>Fazit</h5>
<p class="bodytext">Einziger Erfolg der Klimaverhandlungen in Durban ist die Tatsache, dass die Verhandlungen nicht abgebrochen wurden und als vollkommen gescheitert gelten. Die tiefen Erwartungen im Vorfeld dienten einigen Industriestaaten scheinbar als Ermutigung, sich nicht anstrengen zu müssen und das wenige, was in den letzten Konferenzen beschlossen wurde, noch zu torpedieren.</p>
<p class="bodytext">Dem Klima ist es egal, ob es ein Klima-Abkommen gibt oder nicht. Bezahlen werden wir Menschen. Und einmal mehr vor allem diejenigen, denen es sonst schon am Nötigsten fehlt.<br /><br /></p>]]></content:encoded>
			<category>Aktuell</category>
			<category>Entwicklungspolitik</category>
			<category>Klima und Entwicklung</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 13 Dec 2011 13:18:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>«Unsere Chance ist die Zivilgesellschaft»</title>
			<link>http://www.brotfueralle.ch/de/deutsch/generalarchiv/single-news/article/8/545/</link>
			<description>

Ab 2012 präsidiert Jeanne Pestalozzi-Racine den Stiftungsrat von Brot für alle. Wichtig ist für...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><b>Vorerst herzliche Gratulation zu Ihrer neuen Aufgabe, Frau Pestalozzi, und vielen Dank für das Engagement. Sie kennen Brot für alle – was wünschen Sie sich für das neue Amt?</b><br />Jeanne Pestalozzi-Racine: Dialog und eine klare Stimme: Der Dialog nach innen, wo 2011 vier neue Stiftungsrätinnen gewählt wurden, aber auch mit den Mitarbeitenden. Dazu gehört auch das Gespräch mit den evangelischen Partnerwerken und natürlich mit dem Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund SEK. Nach aussen soll unser Werk mit einer klaren Stimme auftreten, soll bei aktuellen Fragen eine Stimme der Verantwortung einbringen und auch der Zuversicht. <br /><b><br />Sie sind seit 2005 Stiftungsrätin von <i>Brot für alle</i> und kennen die Herausforderungen der Organisation. Themen werden in nächster Zeit besonders wichtig?</b><br />Nach einer Zeit mit vielen Strukturdiskussionen geht es jetzt wieder mehr um die Inhalte, die wesentlichen Themen. Diese Themen spielen eine grosse Rolle im Gespräch mit den Kirchgemeinden, die <i>Brot für alle</i> in ihrem Engagement für eine gerechtere Welt unterstützt. Zentral sind auch die Dienstleistungen von Brot für alle für die Partnerwerke, was den Begünstigten im Weltsüden zugute kommt. Dies ohne den kirchlichen Aspekt zu verstecken, also Professionalität ohne Berührungsängste mit Spiritualität. </p>
<p class="bodytext">Ich glaube nicht, dass das heikel ist: Im Zentrum unserer Arbeit stehen immer die Menschen und das Ziel, dass sie in Würde leben können. Mein Traum ist, dass wir als Werk aus unseren Erfahrungen in den Projekten der Entwicklungszusammenarbeit hilfreiche Leitlinien für ein verantwortliches Handeln hier geben können. <br />&nbsp;&nbsp; &nbsp;<br /><b>Manchenorts wird es schwieriger, Menschen und Geld für die Arbeit von Brot für alle zu finden. Wie erleben Sie das?</b><br />Es ist so, im Jubiläumsjahr, nach 50 Jahren, wird die Pioniergeneration pensioniert. Aber nach wie vor gilt, dass die Zuwendung zu unserer Nächsten und unserem Nächsten keine Grenzen kennt. Sie überschreitet immer Grenzen, vom Einzelnen über die Schweiz in die ganze Welt. Wir können nicht Christinnen und Christen sein, ohne das Ganze im Blick zu haben. Darum bin ich sicher, dass wir neue Leute gewinnen werden, die jetzt Verantwortung tragen. Unsere Chance ist die Zivilgesellschaft, mit der wir im Norden wie im Süden zusammenarbeiten. &nbsp;<br /><i>Interview: Urs Walter</i><br /><br /></p>
<h5>Die neue Präsidentin</h5>
<p class="bodytext">Jeanne Pestalozzi-Racine war von 1995 bis Oktober 2011 Kirchenrätin und damit Mitglied der Exekutive der Evangelisch-reformierten Landeskirche Zürich. Zuvor hatte die 59-jährige sich in der Zürcher Disputation, einem Erneuerungs- und Erwachsenenbildungsprojekt, einen Namen gemacht. Sie hat Romanistik und Altphilologie abgeschlossen, ist Mutter von vier Kindern und Grossmutter von sechs Enkelkindern. Seit 2005 gehört sie dem Stiftungsrat von Brot für alle an.<br /><br /></p>]]></content:encoded>
			<category>Aktuell</category>
			<category>Theologie und Entwicklung</category>
			<category>Bildung</category>
			<category>Über uns</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 08 Dec 2011 08:53:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Land Grabbing stoppen – aber wie?</title>
			<link>http://www.brotfueralle.ch/de/deutsch/generalarchiv/single-news/article/8/544/</link>
			<description>In immer mehr Ländern wächst der Widerstand der Zivilgesellschaft gegen das fortschreitende Land...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Um Lösungen im Kampf gegen Land Grabbing und damit gegen Hunger und Unterernährung zu finden, müssen die Betroffenen einbezogen werden. Das klingt logisch, ist aber oft nicht der Fall. Ein positiver Ansatz in diese Richtung ist das Komitee für Ernährungssicherheit (CFS) der Welternährungsorganisation FAO mit Sitz in Rom. Dieses weltweit höchste Gremium für Ernährungssicherheit wurde vor zwei Jahren neu strukturiert. Seither gehören neben den Regierungsdelegationen auch internationale Organisationen, der Privatsektor und zivilgesellschaftliche Organisationen wie z.B. Bauernbewegungen dazu. Ausserdem werden interne und extern Experten und Expertinnen einbezogen. </p>
<p class="bodytext">„Zum ersten Mal diskutieren Vertreter und Vertreterinnen von Bauernorganisationen in einem Uno-Komitee auf gleicher Augenhöhe mit den Regierungen und können ihrer Stimme Gehör verschaffen“, sagt Ester Wolf, Verantwortliche für das Recht auf Nahrung bei<i> Brot für alle</i>.</p>
<p class="bodytext">Ein wichtiger Verhandlungspunkt der CFS-Sitzung vom Oktober war die Diskussion und Verabschiedung von freiwilligen Richtlinien für einen verantwortungsvollen Umgang mit Nutzungs- und Zugangsrechten zu Land, Wald- und Fischgründen. Sie sollen den Staaten aber auch anderen Akteuren dabei helfen, ihren menschenrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen. Hauptziel der FAO-Richtlinien ist es, Land Grabbing und die damit verbundenen negativen Folgen für die lokale Bevölkerung einzudämmen. Sie sollen Anfang 2012 verabschiedet werden. Die Erwartungen sind hoch.</p>
<h5>Zivilgesellschaft organisiert sich</h5>
<p class="bodytext">&nbsp;„Einmal verabschiedet, können wir die FAO-Richtlinien nutzen, um unsere Regierung dazu anzuhalten, Land Grabbing in Kamerun einzudämmen“, sagt <i>Brot für alle </i>Projektpartner Herr Fon Nsoh und fügt hinzu, dass „ Land Grabbing die grösste Bedrohung für die Ernährungssicherheit der Menschen in Kamerun ist.“ </p>
<p class="bodytext">Herr Nsoh ist Projektleiter der kamerunischen Organisation Cominsud, die sich für das Recht auf Nahrung und Zugang zu Land von Kleinbauern und Bäuerinnen in einsetzt. Cominsud plant für 2012 einem nationalen Workshop für politische Entscheidungsträger und Zivilgesellschaft, bei dem gemeinsam erarbeitet werden soll, wie die FAO-Richtlinien in Kamerun angewendet werden können. </p>
<p class="bodytext">Zuvor wird Nsoh Gelegenheit haben, sich an einem Seminar in Benin mit seinen Kolleginnen und Kollegen aus Westafrika zu ihren Erfahrungen im Bereich des Land Grabbings auszutauschen. In Zusammenarbeit mit Brot für alle organisiert die beninische Bauerngewerkschaft Synergie Paysanne (Synpa) dieses internationale Seminar. „Der gegenseitige Austausch kann uns helfen, Lösungen im Kampf gegen Land&nbsp; Grabbing zu finden, so der Synpa-Genrealsekretär Simon Bodea.</p>
<h5>Umstrittene Prinzipien der Weltbank</h5>
<p class="bodytext">Eine weitere internationale Initiative sind die Prinzipien für verantwortungsvolle Investitionen in die Landwirtschaft (RAI). Dabei handelt es sich um einen Prozess Weltbank und anderen Institutionen Gemeinsam mit seinen Partnern kritisiert Brot für alle diese Initiative:. „Im Vergleich zu den FAO-Richtlinien, die auf dem Völkerrecht basieren, setzen die RAI-Prinzipien lediglich auf den „guten Willen“ der Investoren und bergen die Gefahr Land Grabbing zu rechtfertigen“, so Ester Wolf. Immerhin wurde die RAI-Initiative bis zur Verabschiedung der FAO-Richtlinien auf Eis gelegt.<br /><br /></p>]]></content:encoded>
			<category>Aktuell</category>
			<category>Entwicklungspolitik</category>
			<category>Nachhaltige Landwirtschaft</category>
			<category>Recht auf Nahrung</category>
			<category>Land Grabbing</category>
			<category>Unternehmensverantwortung</category>
			<category>Nahrung und Landwirtschaft</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 08 Dec 2011 08:44:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>„Letztendlich geht es darum, wer uns ernähren soll – die Bauern oder die Banken“</title>
			<link>http://www.brotfueralle.ch/de/deutsch/generalarchiv/single-news/article/8/543/</link>
			<description>GRAIN, Partnerorganisation von Brot für alle, ist eine der führenden Stimmen im Kampf gegen Land...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><b>Am 5. Dezember hat GRAIN den Alternativen Nobelpreis erhalten. Was bedeutet der Preis für Eure Arbeit? </b><br />Henk Hobbelink: Wir freuen uns natürlich sehr; der Preis ist eine grosse Anerkennung. Nicht nur für uns, sondern für alle Leute und Bewegungen, die für Ernährungssouveränität kämpfen, für eine lokale, biologische Landwirtschaft, für lokale Märkte und gegen die internationale Ernährungsindustrie. Mit dem Preis wird das Thema auf eine höhere Ebene gehoben und erreicht auch Leute, die diesen Problemen bis anhin keine Aufmerksamkeit geschenkt haben. </p>
<p class="bodytext"><b>Das Preiskomitee erwähnt explizit Eure Pionierarbeit zum Thema Land Grabbing. </b><br />Wir begannen 2008 über Land Grabbing zu sprechen. Eigentlich existiert dieses Phänomen, seit auf dieser Welt um Land gekämpft wird. Auch der Kolonialismus war eine Form davon. Was wir ab 2008 jedoch beobachteten und was neu war, war die Tatsache, dass der Finanzsektor damit begann, Land zu kaufen und damit zu spekulieren. Die Weltbank und die grösseren Entwicklungsbanken nannten es „Large Scale Investements“. Da mussten wir Klartext reden und sagen „Nein, das ist es nicht - es ist Land Grabbing“. </p>
<p class="bodytext"><b>Seit damals hat der Aufkauf riesiger Landflächen gewaltige Ausmasse angenommen. Ist dieser Trend überhaupt noch zu stoppen? </b><br />Ja, wir glauben fest daran. Land Grabbing ist ein Frontalangriff auf die lokalen Bauern und verstärkt das rasante Fortschreiten der industriellen Landwirtschaft. Letztendlich geht es darum, wer uns ernähren soll – die Banken oder die Bauern. Es ist diese Einfachheit, die unseren Argumenten ihre Stärke verleiht und uns in der Überzeugung bestärkt, gegen Land Grabbing anzukämpfen. </p>
<p class="bodytext">Banken sind nicht so unantastbar wie es scheint. Wir haben in diesem Sommer eine Studie gemacht zur Rolle von Pensionskassen beim Land Grabbing. Pensionskassen arbeiten mit dem Geld von normalen Leuten. Diese Leute können wir mobilisieren, indem wir ihnen zeigen, was mit ihrem Geld gemacht wird und welche Auswirkungen das hat. Hier tut sich bereits was. Es ist kein verlorener Kampf. </p>
<p class="bodytext"><b>Was stellt GRAIN dem Land Grabbing entgegen?</b><br />2008 beobachteten wir, dass die Finanzindustrie immer mehr Gelder in Land investierte. Damals gab es noch fast keine Informationen darüber. Deshalb begannen wir als erstes damit, diese zusammenzutragen: Welche Firmen sind involviert, welche Länder und welche Landstriche werden verkauft, etc. Wir begannen, die Infos auf der Website <a href="http://www.farmlandgrab.org/" target="_blank" class="external-link-new-window" >www.farmlandgrab.org</a> zusammenzuführen. Wir aktualisieren sie täglich, laden Infos und Berichte von Journalisten hoch, Studien und auch Landverträge, wenn wir an sie rankommen. Dadurch erhält jeder, der Informationen sucht, den Zugang dazu. Die Website ist inzwischen für viele ein zentrales Instrument geworden für Menschen weltweit. </p>
<p class="bodytext">Das zweite ist die direkte Unterstützung von kleinen Organisationen im Süden. Im Rahmen unserer Möglichkeiten unterstützen wir sie, indem wir ihnen Informationen zukommen lassen und Kontakte vermitteln. Manchmal bringen wir auch nur Leute zusammen, damit sie Erfahrungen und Wissen austauschen können. Das ist ein guter Weg, Opposition zu organisieren. Oft werden wir angefragt, ob wir an Meetings teilnehmen können, um eine globale Sicht der Dinge zu geben. Gerade heute findet z.B. eine grosse Konferenz von der globalen Kleinbauernbewegung Via Campesina in Mali statt, an der einer von uns teilnimmt. </p>
<p class="bodytext"><b>Ihr seid die Organisation mit dem Überblick?</b><br />Ja, und wir versuchen, aus den gesammelten Informationen Schlüsse zu ziehen. So sprachen anfänglich alle von den Golfstaaten und von China, die Land im grossen Stil aufkauften. Wir bemerkten aber, dass das nur teilweise der Wahrheit entsprach und dass die grossen Investoren und Spekulanten eigentlich eine viel grössere Rolle spielten. Wir veröffentlichten eine Studie, um zu zeigen, dass es letztendlich unser Geld war, das diese Landaufkäufe ermöglicht. Mit unseren Analysen helfen wir den Leuten zu verstehen, dass sie im Grunde stärker damit verhängt sind, als sie denken. </p>
<p class="bodytext"><b>GRAIN ist heute eine weltweite Referenz zu Fragen rund um Land Grabbing, doch ihr seid gerade mal acht Leute. Wie können so wenige Leute so viel Wirkung erzielen?</b><br />Anfänglich waren auch wir überrascht, dass Land Grabbing so schnell ein so grosses Thema wurde. Unser Verdienst war es, dass wir das Thema früh auf die Agenda brachten. Unsere Analyse war sehr klar und unsere Botschaft ebenfalls. Ich glaube, das hilft viel. Oft kommen Organisationen bereits mit Kompromissen, bevor sie überhaupt ihre Message unter die Leute bringen. Wenn du klar bist in deinen Aussagen, wirst du zur Referenz für Leute, selbst wenn sie nicht unbedingt mit dir einverstanden sind. &nbsp;</p>
<p class="bodytext">Ein anderer Grund ist, dass wir klein sind und sehr dezentral arbeiten. Wir sind sehr eng mit anderen Bewegungen verknüpft. Hier in Spanien sind wir zu zweit, je eine Person ist in Chile, Kanada, Argentinien, Kanada, Mexiko. Dadurch sind wir viel stärker verbunden mit lokalen Organisationen, was uns wiederum ein viel besseres Verständnis davon gibt, was vor Ort passiert. Nur wenn Du direkt und immer wieder mit Leuten zu tun hast, die betroffen sind, erkennst Du, was wirklich abgeht. Nur so kannst Du auch eine klare Message formulieren. Diese Erfahrung hat Brot für alle mit Addax Bioenergy in Sierra Leone gemacht. Schreibtischkonzepte und irgendwelche vagen Prinzipien wie die der Weltbank bringen absolut nichts.</p>
<p class="bodytext"><b>Auch die FAO ist derzeit daran, Richtlinien zu erarbeiten. Was haltet Ihr davon? </b><br />In diese waren wir nicht involviert. Doch Via Campesina und FIAN haben sich sehr dafür eingesetzt. Die Zivilgesellschaft drängt derzeit stark, dass die Richtlinien angenommen werden. Die Frage bleibt jedoch, wie viel davon letztendlich wirklich bis zu den Betroffenen vor Ort kommt. Doch sie sind sicher ein wichtiges Instrument, um der Weltbank etwas entgegenzusetzen. </p>
<p class="bodytext"><b>Seit der Gründung von GRAIN im Jahr 1990 hat sich die Welt dramatisch verändert. Wo seht Ihr die wichtigsten Trends im Bereich der Ernährungssicherheit – im Positiven wie im Negativen?</b><br />Unsere eigene Geschichte zeigt wohl am besten, was in den letzten 20 Jahren gegangen ist. Unser erstes Anliegen war die Diversität von Saatgut. In den 1980er-Jahren führte die „Grüne Revolution“ zu einer Zerstörung der lokalen Saatgutdiversität. Für uns war das traditionelle Saatgut zentral für das Überleben der Kultur, der Biodiversität und letztlich der Bauern. Mit der Zeit lernten wir dazu und erkannten, dass es nicht nur um Saatgutdiversität und Ernährungssouveränität geht, sondern darum dass die lokale Landwirtschaft allgemein immer stärker marginalisiert wird. Das ist das zentrale Problem hinter allem. Sie gerät unter Druck durch die Agrarindustrie, die Finanzindustrie, die Lebensmittelindustrie. Das ist in den letzten 20 Jahren in einem gewaltigen Tempo fortgeschritten. </p>
<p class="bodytext">Auf der positiven Seite ist auch die globale Gegenbewegung ganzheitlicher geworden. Die Interaktion zwischen den verschiedenen Gruppierungen ist heute gross: Heute beschäftigen sich Umweltorganisationen und Energie-NGOs mit der Nahrungsmittelproduktion, in den Städten sind die „Urban Farmers“ auf dem Vormarsch und auch Jugendbewegungen sind auf den Zug aufgesprungen. Es ist an der Zeit, dass die Ernährungsfrage zu einem zentralen globalen Thema wird. Es geht dabei um nichts weniger als um die Frage, welches Ernährungssystem wir wollen. </p>
<p class="bodytext">Die grösste Herausforderung für die Zukunft wird es sein, den galoppierenden Aufkauf von Wasser, Land, Saatgut und die Übernahme des Ernährungssektors durch Investoren und die Industrie zu stoppen. Vieles, was Jahrhundertlang Allgemeingut war, wird heute privatisiert. Es muss wieder ein Ernährungssystem entstehen, das nachhaltiger ist, ökologischer und näher bei den Menschen. Dafür werden wir weiterkämpfen. <br /><i>Interview: Pascale Schnyder</i><br /><br /></p>]]></content:encoded>
			<category>Aktuell</category>
			<category>Über uns</category>
			<category>Partner</category>
			<category>Entwicklungspolitik</category>
			<category>Recht auf Nahrung</category>
			<category>Nachhaltige Landwirtschaft</category>
			<category>Land Grabbing</category>
			<category>Unternehmensverantwortung</category>
			<category>Addax</category>
			<category>Nahrung und Landwirtschaft</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 08 Dec 2011 08:26:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Das Ende des westlichen Entwicklungswegs</title>
			<link>http://www.brotfueralle.ch/de/deutsch/generalarchiv/single-news/article/8/542/</link>
			<description>
Am Freitag den 2. Dezember haben Brot für alle und Fastenopfer in Genf zur öffentlichen Tagung zu...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Der Professor für Afrikastudien an der Universität Basel, Elisio Macamo machte darauf aufmerksam, dass gute Absichten historisch immer wieder verheerende Konsequenzen für die Betroffenen zur Folge gehabt haben. Während des Kolonialismus legitimierte das „zivilisatorische Projekt“ lange Zeit Unterdrückung und Gewalt. Und bis heute scheinen Interventionen im Namen von „Entwicklung“ daran zu kranken, dass sie anderen eine bestimmte Sichtweise des guten Lebens aufzudrängen versuchen. „Wichtiger als die Pflicht zu helfen“, so Macamo, „ist die Pflicht, keinen Schaden anzurichten“. </p>
<h5>Über eigene Entwicklung selbst entscheiden</h5>
<p class="bodytext">Heba Mostafa, Vertreterin der Mission Ägyptens bei den Vereinten Nationen, fügte dem hinzu, struktureller Ungerechtigkeit auf globaler Ebene könne nicht mit Rückzug begegnet werden. Sie hatte auch gleich einen Vorschlag, wie die Schweiz aktiv Hindernisse zur Selbstbestimmung ihres Landes aus dem Weg räumen könne: „Wir wollen keine Hilfe. Wir wollen unser Geld zurück, das eingefroren auf den Schweizer Banken liegt“. <br /><br />Angesichts bestehender Machtverhältnisse kam auch Florian Rochat, ehemaliger Dirketor des Centre Europe Tiers Monde, zum Schluss, dass das Recht auf Entwicklung noch immer eine wertvolle Quelle der Inspiration sein kann, im Norden ebenso wie im Süden. Entwicklung finde immer statt. „Ihre Richtung wird aber weltweit gegenwärtig von privaten Interessen dominiert“. Wichtig sei daher, dass wir uns einsetzen für das&nbsp; „Recht, über die eigene Entwicklung zu entscheiden“.&nbsp; </p>
<h5>Genügsamkeit anstelle von endlosem Wachstum</h5>
<p class="bodytext">Wiederholt wurde auch darauf aufmerksam gemacht, dass wirtschaftliches Wachstum nicht länger die treibende Kraft unserer Gesellschaft bleiben kann. Weltweit sich ausbreitende Krisen, ein sich veränderndes Klima, knapper werdende natürliche Ressourcen und wachsende soziale Ungleichheit zwingen uns zum Umdenken. <br /><br />Wir müssten wieder lernen, das Wohl des Menschen und seiner Umwelt in den Mittelpunkt zu stellen und über Konzepte wie Genügsamkeit nachzudenken, meinte der Zentralsekretär von APRODEV, Rob van Drimmelen. „Entwicklungspolitik sollte bei den Reichen ansetzen“. schlug er vor. <br /><br />Dass Alternativen in vielen Weltregionen bereits bestehen, betonte Soziologe und Friedensforscher Johan Galtung. Im Buddhismus beispielsweise bestehe ein klares Verständnis dafür, dass nicht endloses Wachstum, sondern Gleichgewicht wahre Entfaltung ermöglicht. Lernen können wir auch von der Occupy-Bewegung und den weltweit jeden Tag konkret gelebten oder sich formierenden Gegenentwürfen sich selbst organisierender Gemeinschaften, die sich nicht mit den scheinbaren Sachzwängen eines unmenschlichen Systems abfinden. <br /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded>
			<category>Aktuell</category>
			<category>Entwicklungspolitik</category>
			<category>Home</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 07 Dec 2011 08:56:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Die Spendenorganisationen in der Kritik</title>
			<link>http://www.brotfueralle.ch/de/deutsch/generalarchiv/single-news/article/8/541/</link>
			<description>In den Medien vom 5. Dezember 2011 wurde darüber berichtet, dass Spendenorganisationen hunderte von...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Einerseits, weil der Artikel undifferenziert eine Rega mit einer Glückskette, mit der Berghilfe und anderen „vielen Spendenorganisationen“ vergleicht. Auch Spendenorganisationen kann man nicht alle in den gleichen Topf werfen, da Zweck und Auftrag zu verschieden sind.</p>
<p class="bodytext">Andererseits, weil der Artikel den Anschein hervorruft, die Werke würden allgemein mit unseriösen Geschäftspraktiken wirtschaften. &nbsp;<br /><i></i></p>
<p class="bodytext"><i>Brot für alle</i> ist der Entwicklungsdienst der Evangelischen Kirchen der Schweiz. Die Stiftung setzt entwicklungspolitische Akzente, führt Sensibilisierungs- und Informationskampagnen zu Nord-Süd-Fragen durch und unterstützt Entwicklungsprojekte. </p>
<p class="bodytext">Die Organisation wies per Ende 2010 ein Organisationskapital von Fr. 1.78 Mio. und ein Fondskapital von Fr. 771‘000 aus. Die Liquidationsreserve ist im Organisationskapital enthalten. Sie beträgt Fr. 1.60 Mio. und dient dazu, <i>Brot für alle</i> geordnet zu liquidieren, sofern ab einem Tag x keine Spenden mehr fliessen würden. Die Mittel in den zweckgebundenen Fonds werden jährlich umgesetzt.</p>
<p class="bodytext">Wir vertrauen darauf, dass unsere Spender und Spenderinnen kompetent und seriös der erwähnten Berichterstattung in den Medien gegenüberstehen. Für allfällige Fragen oder weitere Informationen steht Ihnen Christoph Ochsenbein, Leiter Finanzen, jedoch jederzeit gerne&nbsp; zur Verfügung.</p>
<p class="bodytext">Kontakt: <a href="javascript:linkTo_UnCryptMailto('nbjmup+pditfocfjoAcgb.qqq/di');" class="mail" >E-Mail</a> / 031 380 65 76</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>Aktuell</category>
			<category>Über uns</category>
			<category>Spenden</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 06 Dec 2011 16:58:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>UNO-Klimakonferenz: Gefragt sind Verantwortung und Solidarität</title>
			<link>http://www.brotfueralle.ch/de/deutsch/generalarchiv/single-news/article/8/540/</link>
			<description>Trockenheit in der Schweiz, Dürre in Ostafrika, Überschwemmungen in Südostasien – das Wetter spielt...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<h5>Forderungen an die Schweiz </h5>
<p class="bodytext">Von der Schweiz fordert Brot für alle seit 2009 (Ökumenische Kampagne &quot;Gerechtigkeit im Klimawandel&quot; mit Fastenopfer) eine massive Reduktion der Treibhausgase: im Inland um 40 Prozent bis 2020, im Ausland Beitrag zur Reduktion im Umfang von 90 Prozent der Emissionen im Inland.</p>
<p class="bodytext">Doch das Verhandlungsmandat der Schweizer Delegation reicht dafür nicht aus: Die vom Parlament beschlossene Reduktion von 20 Prozent im Inland ist bloss die halbe Miete. Auch der Internationale Klimarat (IPCC) fordert eine stärkere Reduktion, nämlich um 25-40 Prozent. Je länger wir warten, desto teurer werden uns die Massnahmen zu stehen kommen. </p>
<p class="bodytext">Andere europäische Staaten haben längst die Reduktion im Inland um 40 Prozent angepeilt, so Deutschland, Schweden, Dänemark oder Norwegen. Der Wirtschaft scheint es nicht geschadet zu haben: Deutschland ist inzwischen weltweit führend im Bereich „grüner“ Technologien.</p>
<h5>Zusätzliche Mittel zur Finanzierung von Anpassungsmassnahmen</h5>
<p class="bodytext">Doch um den Klimawandel auch in Entwicklungsländer angehen zu können, braucht es finanzielle Mittel. Die COP 17 in Durban muss darum die konsequente Finanzierung beschliessen. Dabei soll sie sicherstellen, dass die Klimagelder nicht auf Kosten von Entwicklungsgeldern gehen, sondern zusätzlich zu diesen sind. Weiter muss sichergestellt werden, dass sowohl kurz- als auch langfristig die Finanzierung gesichert ist und dass die Finanzen zu gleichen Teilen auf Anpassungs- und Verminderungs-Massnahmen verteilt werden.</p>
<h5>Finanzinstitute: Finger weg vom Green Climate Fund</h5>
<p class="bodytext">Es ist äusserst wichtig, dass der vorgesehene Green Climate Fund, welcher die Klimagelder verwaltet, unter der Führung und Aufsicht von UNFCCC steht und nicht unter solchen von internationalen Finanzinstituten oder multilateralen Entwicklungsbanken. Bei privaten Geldern (private finance) muss zusätzlich sichergestellt werden, dass Sozial- und Umweltstandards eingehalten werden. Dies kann jedoch nicht die internationale Staatengemeinschaft überwachen, das muss in der Verantwortung der betreffenden Staaten liegen.</p>
<h5>Innovative Finanzmittel für den Climate Fund</h5>
<p class="bodytext">Doch die ganze Diskussion um den Green Climate Fund ist überflüssig, wenn nicht auch die Diskussion stattfindet, wie der Green Climate Fund alimentiert werden soll. Die Konferenz in Durban muss in dieser Frage Fortschritte erzielen, denn ein Fond ohne Gelder kann die Ziele nicht erfüllen. Unter anderem werden immer wieder eine Finanztransaktionssteuer oder eine Besteuerung auf Treibstoff, welche international gebraucht werden (Schiffe und Flugverkehr) diskutiert. </p>
<p class="bodytext">Beide Massnahmen könnten dazu beitragen, genügend Geld für die Bewältigung der Klimakrise zu generieren, aber sie müssen weltweit eingeführt werden.<br />In Durban muss sich auch die Schweiz dafür einsetzen, dass solche Massnahmen beschlossen werden und dafür sorgen, dass für Entwicklungsländer negative Effekte bei einer Einführung abgedämpft werden.</p>
<h5>Gerechte Verteilung der Gelder</h5>
<p class="bodytext">Bei der Verteilung der Gelder muss schliesslich beachtet werden, dass auch Frauen Zugang zu den Mitteln haben oder aber von Massnahmen, welche mit diesen Mitteln bezahlt werden, profitieren. Mehrere Studien haben gezeigt, dass weltweit Frauen überdurchschnittlich von den Folgen des Klimawandels betroffen sind. Bei Überschwemmungen zum Beispiel ertrinken mehr Frauen, weil in vielen Kulturen Frauen nicht schwimmen lernen dürfen. Oder sie werden zu spät vor einem Sturm gewarnt, weil sie kein Radio haben und das Haus nicht verlassen dürfen. Die Schweiz ist deshalb aufgerufen, sich für entsprechende Verhandlungen einzusetzen.</p>
<h5>Offene und transparente Verhandlungen</h5>
<p class="bodytext"><i>Brot für alle </i>und Fastenopfer appellieren an die Schweizer Delegation in Durban, sich für offene und transparente Verhandlungen einzusetzen.</p>
<p class="bodytext">Der Preis, welcher beim Scheitern der Verhandlungen bezahlt werden muss, ist hoch. Ein Preis, welcher ausserdem vor allem die Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika bezahlen werden müssen.</p>
<p class="bodytext">Evelyn Kamber, <i>Brot für alle</i></p>]]></content:encoded>
			<category>Aktuell</category>
			<category>Entwicklungspolitik</category>
			<category>Klima und Entwicklung</category>
			<category>Faire Finanzen</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 29 Nov 2011 21:20:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Neue Studie zu Addax Bioenergy zeigt problematische Investitionen von Entwicklungsbanken auf </title>
			<link>http://www.brotfueralle.ch/de/deutsch/generalarchiv/single-news/article/8/537/</link>
			<description>Das Genfer Unternehmen Addax Bioenergy hat sein Bioethanol-Projekt in Sierra Leone gegenüber...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<h5>Steuererleichterungen</h5>
<p class="bodytext">Die Steuererleichterungen geben im Fall Addax besonders zu denken: Die Regierung von Sierra Leone hat Addax verschiedene Steuerbefreiungen und –abzüge garantiert und dem Staat selber damit schmerzhafte Steuereinbussen beschert. Hinzu kommt, dass Addax seine Unternehmensstruktur mit Sitzen in Steueroasen so aufgebaut hat, dass ein grosses Risiko für weitere Steuervermeidung besteht.</p>
<p class="bodytext">Die Analyse des von Addax prognostizierten Nutzens zeigt, dass das Projekt in erster Linie für das Unternehmen Gewinne abwirft, während andere Interessengruppen und insbesondere die lokale Bevölkerung kaum profitieren.</p>
<h5>Umweltweinflüsse</h5>
<p class="bodytext">Hinsichtlich der Umwelteinflüsse weist die Studie darauf hin, dass aus Zuckerrohr gewonnenes Ethanol eine bis zu dreimal höhere Umweltbelastung aufweist als herkömmliches Erdöl. Dies, weil die Gewinnung von Ethanol die Luft, die Böden und das Wasser verschmutzt und der Anbau einen grossen Ressourcenverbrauch sowie den Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden mit sich bringt. Hinzu kommt, dass für das Projekt 4000 Hektaren Buschland sowie 600 Hektaren Wald gerodet werden. Dies, obwohl das Unternehmen angab, keine Waldrodungen vorzunehmen.</p>
<p class="bodytext">Auch der Wasserverbrauch ist alles andere als nachhaltig: So wird das Projekt von Addax vor allem in der Trockenzeit (Februar bis April) 26 Prozent des Flusswassers für seine Zwecke abzweigen. Leider ist diese Zahl jedoch vom Unternehmen nicht anerkannt worden. Es spricht lieber von einem wenig aussagekräftigen durchschnittlichen Jahreswasserverbrauch von 2 Prozent.</p>
<h5>Korruption und Interessenskonflikte </h5>
<p class="bodytext">Die Gefahr von Korruption bei Land-Grabbing-Projekten ist besonders hoch, insbesondere in Sierra Leone, das als eines der korruptesten Länder weltweit gilt. Hinzu kommt, dass das Entschädigungssystem von Addax Interessenskonflikte und fragliche Absprachen zwischen dem Unternehmen und den lokalen Autoritäten begünstigt haben könnte. Denn&nbsp; diese erhalten einen Teil der jährlichen Pachtzins-Beiträge von Addax, ohne selber Land und Eigentum abgeben zu müssen.&nbsp; &nbsp;</p>
<h5>Die Rolle der Entwicklungsbanken</h5>
<p class="bodytext">Das Projekt von Addax Bioenergy ist zu 52 Prozent aus Geldern von Entwicklungsbanken finanziert, darunter die afrikanische Entwicklungsbank, die von der Schweiz über das SECO mitgetragen wird. Damit sind die Entwicklungsbanken für dessen Auswirkungen und Risiken mitverantwortlich. Die Europäische Investitionsbank EIB hingegen hat es abgelehnt, das Addax Projekt mitzufinanzieren, weil das Projekt die Umweltstandards der EIB nicht erfülle.</p>
<h5>Land Grabbing gefährdet Ernährungssicherheit</h5>
<p class="bodytext">Der Staat von Sierra Leone ist nicht in der Lage, seine Bevölkerung selber zu ernähren. Mangelernährung betrifft einen Drittel der Bevölkerung und ist auch die Ursache für eine der weltweit höchsten Kinder- und Müttersterblichkeit. Vor diesem Hintergrund ist der fortschreitende Ausverkauf von fruchtbarem Ackerland besonders bedenklich. Bislang wurden Landpachtverträge mit Investoren über bis zu einer Million Hektaren Land abgeschlossen – 18 Prozent der kultivierbaren Fläche des Landes.<br /><br /><b>Indem sie diese Deals finanziell unterstützen, gefährden die Entwicklungsbanken die Nahrungssicherheit und Souveränität sowie den Zugang zu Wasser für einen Grossteil der Bevölkerung.&nbsp; </b></p>
<p class="bodytext"><b><i>Brot für alle </i>fordert von den Entwicklungsbanken, die Risiken und Auswirkungen der von ihnen unterstützen Projekte besser zu evaluieren und dabei Evaluationen von unabhängiger dritter Seite mit zu berücksichtigen. Zusammen mit seinen lokalen Partnern wird <i>Brot für alle </i>das Monitoring des Projekts weiterführen.<br /></b><br /><b>Die Studie</b><br /><a href="fileadmin/deutsch/01_Service/Publikationen/BFA_Concerns.pdf" title="APPLICATION, BFA Concerns, BFA_Concerns.pdf, 868 KB" >Bread for all: Land Grabbing: the Dark Side of ‚sustainable‘ Investments“(pdf)</a></p>
<p class="bodytext"><b>Sämtliche Informationen zu Addax</b><a href="de/deutsch/ew/unternehmen-und-menschenrechte/schweizer-unternehmen/addax-bioenergy/" class="internal-link" ><br />www.brotfueralle.ch/addaxbioenergy</a></p>
<p class="bodytext"><b>Weitere Informationen</b><br />Yvan Maillard Ardenti, Programmverantwortlicher Brot für alle<br />031 380 65 73 / <a href="javascript:linkTo_UnCryptMailto('nbjmup+nbjmmbseAcgb.qqq/di');" class="mail" >E-Mail</a></p>]]></content:encoded>
			<category>Aktuell</category>
			<category>Medienmitteilungen</category>
			<category>Entwicklungspolitik</category>
			<category>Land Grabbing</category>
			<category>Nachhaltige Landwirtschaft</category>
			<category>Unternehmensverantwortung</category>
			<category>Addax</category>
			<category>Faire Finanzen</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 18 Nov 2011 12:10:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
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