Entwicklung – Hilfe zur Selbsthilfe

«Social Entrepreneurs (Sozialunternehmer) begnügen sich nicht damit, den Leuten einen Fisch zu geben oder ihnen das Fischen beizubringen», sagt Bill Drayton, ein ehemaliger Managementberater und Mitarbeiter der Regierung, der die Idee des Sozialunternehmertums lanciert hat. «Sie werden nicht ruhen, bis sie die Fischindustrie umgekrempelt haben.» 

Aus "Die Hälfte des Himmels", Nicholas D. Kristof und Sheryl WuDunn

 

50 Jahre gegen Hunger und Ungerechtigkeit

Von der Sammelkampagne zur strukturierten Organisation

1960

„Den Ursachen der Not und Ungerechtigkeit zu Leibe rücken.“ Mit dieser Vision lancierte der damalige HEKS-Leiter Pfarrer Heinrich Hellstern zusammen mit Hermann Witschi, Inspektor der Basler Mission, die Idee einer nationalen Kampagne gegen den Hunger mit dem Aufruf Brot für Brüder.

1961

Die Abgeordnetenversammlung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes genehmigt das Aktionspaket Brot für Brüder einstimmig.

1961-1971

Die drei Sammelkampagnen übertreffen mit Spendeneinnahmen von 16 Mio. Franken, 13 Mio. Franken und 19.6 Mio. Franken alle Erwartungen. Landesweit hatten sich Kirchgemeinden mit zahlreichen Anlässen an der Sammlung beteiligt.

1969

Erstmals wird die Kampagne zusammen mit dem katholischen Fastenopfer durchgeführt.

1971

Brot für Brüder wird als permanente und zentrale Stelle für kirchliche Entwicklungszusammenarbeit weitergeführt mit drei Aufgabenbereichen:

-   Information und Bewusstseinsbildung
-   Mittelbeschaffung für Entwicklungsprojekte
-   Prüfung der Projekte

Pionier- und Aufbauarbeit in der Schweiz

1970

Die interkonfessionelle Konferenz Schweiz – Dritte Welt löst landesweit ein grosses Echo aus und gibt Swissaid, Fastenopfer und Brot für Brüder den Anstoss zur Gründung einer Arbeitsgemeinschaft (heute Alliance Sud), der 1971 Helvetas beitritt.

1971

Die Arbeitsgemeinschaft gründet die Informationsstelle Dritte Welt. Leiter wird der Schriftsteller und Journalist Al Imfeld.

1972

Brot für Brüder unterstützt die Volksabstimmung zur Waffenausfuhrverbotsinitiative ideell und materiell. Strafanklage und Pressepolemik sind die Folge.

1973

Erstmals wird eine ökumenische Agenda produziert – bis heute ein zentrales Kampagneninstrument.

1974

Erster vollamtlich angestellter Generalsekretär

1975

Die Kommission der Hilfswerke veröffentlicht ihren Bericht „Entwicklungsland Welt – Entwicklungsland Schweiz. Vorschläge für eine neue Schweizer Entwicklungspolitik“. In der Folge versteht sich die Arbeitsgemeinschaft zunehmend als Fürsprecherin der Dritten Welt gegenüber Parlament und Bundesverwaltung.

Die Arbeitsgemeinschaft gründet die Schulstelle Dritte Welt (heute Stiftung Bildung und Entwicklung), um ihre Anliegen auch an die junge Generation weiterzuvermitteln.

Entwicklungspolitisches Engagement

1977

Gründung des Arbeitskreises Tourismus und Entwicklung

Gründung der Importgenossenschaft und Informationsstelle OS3 (heute claro fairtrade AG)

1982

Brot für Brüder und HEKS verhandeln mit Del Monte erfolgreich über die Einführung einer Sozialklausel in den Lieferverträgen.

1983

Petition „Entwicklungshilfe ist eine Überlebensfrage“ wird mit mehr als 200'000 Unterschriften dem Bundesrat übergeben.

Engagement für eine Verbesserung des schweizerischen Bankengesetzes.

1986

25-jährige Zusammenarbeit Brot für Brüder und Fastenopfer: Veröffentlichung „Manifest 2000“.

Petition mit 111'000 Unterschriften fordert Bundesrat zur Förderung des Fairen Handels und für klare Konsumenteninformationen bezüglich Herkunft und Produktionsbedingungen auf.

1989

Petition „Entwicklung braucht Entschuldung“ fordert Bundesrat mit 250'000 Unterschriften auf, anlässlich der 700-Jahre-Feier einen Entschuldungsfonds einzurichten.

Auf Forderungen folgen Taten

1991

Aus Brot für Brüder wird Brot für alle.

1992

Lancierung der Stiftung Max Havelaar

1995

Gründung der Schweizer Sektion von Transparency International und des Labels STEP für faire Produktionsbedingungen in der Teppichindustrie.

1998

Gründung der Fachstelle Filme für eine Welt.

1999

Lancierung der Clean Clothes Campaign (CCC)

Menschenrechte im Fokus

2001

40 Jahre Brot für alle – Beginn eines Umstrukturierungsprozesses

2002

Erste Teilnahme am Weltsozialforum in Porto Alegre (Brasilien)

2003

Erste Beteiligung an der Organisation des Open Forum in Davos

2004

Brot für alle wird zur Stiftung

2006

Kampagne für Menschenrechte löst internationales Echo aus

2007

„High Tech – No Rights?“ Kampagne und Petition für faire Arbeitsbedingungen in der Computerindustrie. Bis heute ein wichtiges Thema.

2008

Petition „0,7% - gemeinsam gegen Armut“ wird mit 199'000 Unterschriften eingereicht.

2009

Kampagne zur Gerechtigkeit im Klimawandel, Teilnahme an der internationalen Klimakonferenz in Kopenhagen, Klimafragen werden als Querschnittsthema in die Projektunterstützung aufgenommen und ein Leitfaden zum Energiesparen an Kirchgemeinden und Öffentlichkeit abgegeben.

40 Jahre ökumenische Kampagne mit Fastenopfer

Gemeinsam mit SACOM Pilotprojekt bei zwei chinesischen Elektronikzulieferern zur Arbeiter/innenbildung bezüglich Arbeitsrechte.

2010

Kampagne „Stoppt den unfairen Handel“ kritisiert das herrschende Welthandelssystem und fordert zum sozialen und ökologischen Konsum auf.