Säen heisst hoffen
Säen zu können – was für eine Freude!
Eine Arbeit zwar, aber das reinste Vergnügen.
Säen heisst, dem Leben eine Zukunft bereiten.
Man muss die rechte Zeit abwarten, den Boden urbar machen
mit Hacke und Pflug – glücklich, wer einen Ochsen besitzt!
Wenn nach der langen Trockenzeit der erste Regen fällt,
dann ziehen die Menschen tanzend aufs Feld. Lachen und singen.
Ihre scherzenden Worte fliegen wie Vögel durch die Luft.
Wie Gebete darum, dass die Saat aufgehe.
Säen macht die Seele froh.
Wenn der erste Regen fällt, wenn die Pflanzzeit beginnt,
werden Alte wieder jung und Kranke gesund.
Das erste Grün in der sandbraunen Landschaft ist ein Versprechen.
Wenn es gut geht, werden alle satt.
Katharina Morello
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