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Der Workshop von Brot für alle und das darauffolgende grosse Medienecho in Benin haben bereits einen ersten grossen Erfolg erzielt: Synpa wurde vom Präsidenten der National Versammlung empfangen. Er will sich dafür einsetzen, dass Synpa bei der Überarbeitung des neuen Landgesetzes einbezogen wird. Ausserdem sollen die Vertreter/innen von Synpa vor der Abstimmung über das Landgesetz bei einem nationalen Workshop die Möglichkeit bekommen, die Abgeordneten zum Thema Land Grabbing zu sensibilisieren!

Westafrikanische Deklaration gegen LandGrabbing

Bäuerinnen und Bauern in Benin, Sierra Leone und vielen anderen Ländern Westafrikas leiden unter dem rasant fortschreitenden Land Grabbing. Dadurch verlieren sie ihre Lebensgrundlage: den Zugang zu Land und Wasser. An einem von Brot für alle unterstützten Treffen in Ouidah in Benin entschieden sie, gemeinsam Druck auf ihre Regierungen zu machen, um die Bauern besser zu schützen.

© Brot für alle

Organisationen aus zehn westafrikanischen Ländern wollen nicht mehr hinnehmen, dass sich ausländische Konzerne und Länder riesige Flächen von fruchtbarem Ackerland aneignen. «Man muss das Schweigen über das Thema LandGrabbing brechen – darüber zu schweigen ist das Schlimmste», betonte Simon Bodea, der Generalsekretär der Gewerkschaft der Bäuerinnen und Bauern in Benin (Synpa) an einem Treffen westafrikanischer Bauernvertreter in Ouidah. Die Deklaration von Ouidah soll das Anliegen der Kleinbauern und -bäuerinnen in Westafrika sowohl bei den eigenen Regierungen bekanntmachen sowie im Westen, woher viele der Investoren und Gelder kommen.

Afrika ist besonders betroffen

Die Landnahme ist ein gravierendes Problem, das vielerorts die Ernährungssicherheit und das Recht auf Nahrung beeinträchtigt. Üblicherweise verlieren die Menschen in den betroffenen Gebieten auch den Zugriff auf das für Leben und Landwirtschaft nötige Wasser. Das gilt besonders in Afrika: Die Weltbank erfasst 77 Millionen Hektaren Ackerland, die ausländisch kontrolliert sind. Das sind 70 Prozent der weltweit von LandGrabbing betroffenen Flächen. Immer mehr Landlose sind die Folge. Das habe gravierende soziale Konsequenzen und stelle nicht nur die Zukunft der traditionellen Familienlandwirtschaft in Afrika in Frage, sondern die Zukunft der künftigen Generationen, bekräftigten die Teilnehmenden. «Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass wir gegen die Mächtigen in den Regierungen und Konzernen kämpfen. Das ist gefährlich und wir brauchen Unterstützung», mahnt Elisabeth Mpofu, Bäuerin und Vertreterin der internationalen Bauernbewegung Via Campesina.

Sie und viele andere Vertreterinnen und Vertreter bäuerlicher Gemeinschaften und Organisationen erfahren, dass ihre Einwände nicht ernst genommen werden und das Vorgehen rund um LandGrabbing wenig transparent ist. Im Gegenteil: «Das Problem verschärft sich», bezeugen die Menschen in Westafrika. «Wichtig ist, die Agrarpolitik mit den Bäuerinnen und Bauern zu machen und die Ernährungssouveränität zu fördern», so Jeanne Zoundjihekpon von der Organisation GRAIN in Benin. Darum unterstützt Brot für alle die Deklaration mit ihren Forderungen, so nach dem Vorrang des Rechtes auf Nahrung und der Ernährungssouveränität vor grösstmöglichen Renditen für Investoren. Am 17. April 2012, Welttag des bäuerlichen Widerstandes, sollen diesen Forderungen durch Grossaktionen in möglichst vielen Ländern Nachdruck verliehen werden.

Beispiel Addax Bioeneregy

Wie sich ein ausländisch gesteuertes Agrarprojekt auswirkt, zeigt sich ein Beispiel in Sierra Leone. 2009 hat das in Genf ansässige Unternehmen Addax Bioenergy begonnen, Zuckerrohr zu pflanzen. Daraus soll Agrotreibstoff hergestellt und exportiert werden. Die Regierung von Sierra Leone gab hierfür ihren Segen. In einer ersten Phase werden 10 000 Hektaren bepflanzt. Wasserläufe sind angezapft oder zugedeckt worden, andere wie der Kirbent und Domkoni in der Nähe des Dorfes Maronko im Chiefdom Makari Gbanti versiegten schon in der Anfangszeit des Projektes.

Das schafft Probleme für die ansässigen Kleinbauern. Verschärfend wirkt, dass nur wenige neue Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung entstanden sind. Brot für alle unterstützt nicht nur die Bevölkerung in den betroffenen Gemeinden, sondern fordert von Addax und den involvierten Entwicklungsbanken, ihren Menschrechtsverpflichtungen nachzukommen. Dass die Bauern und Bäuerinnen vor Ort Unterstützung brauchen, zeigt sich deutlich: «Die Rolle der Politik spielt eine wichtige In Sierra Leone ist es für Organisationen der Zivilgesellschaft sehr schwer, die Regierung zu kritisieren,» sagt Brot für alle-Partner Mohamed Conteh von der Organisation Silnorf.

Zu Synpa
Die Gewerkschaft Synergie Paysanne (Synpa) wurde vor zehn Jahren gegründet und zählt über 1300 Mitgliedern in fast fünfzig Gemeinden. Sie stärkt die Rechte der Bäuerinnen und Bauern: ihre Informations-und Sensibilisierungsarbeit erreicht auch Bauern und Bäuerinnen in entlegenen Gebieten. Viele lernen so ihre Rechte überhaupt erst kennen und werden darin unterstützt, ihr Land besser gegen den Zugriff ausländischer Firmen oder Grossgrundbesitzer zu schützen. www.synpa.org


16.02.12





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