Neues iPhone – alte Probleme

Hong Kong/Luzern/Bern – 4. Oktober 2011. Apple stellt heute der Weltöffentlichkeit das neue iPhone vor. Die Arbeiterinnen und Arbeiter von Foxconn in China, welche die Apple-Produkte herstellen, leiden jedoch weiterhin unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen. Dies zeigt eine neue Studie von Sacom über eine Foxconn-Fabrik in Zentralchina. Fastenopfer und Brot für alle bedauern, dass Apple nichts gelernt hat aus den Problemen der letzten Jahre. Apple verweigert weiterhin hartnäckig den Dialog.

In der neuen Produktionsstätte in Zhengzhou in Zentralchina hat Sacom Missstände aufgedeckt, welche von anderen Apple-Zulieferfabriken in China bekannt sind: die Löhne reichen kaum zum Leben, die Arbeitszeiten werden falsch berechnet, vor und nach den Schichten finden obligatorische, unbezahlte Versammlungen für die ganze Belegschaft statt. In einigen Fällen wurden Arbeiterinnen und Arbeiter zu Überstunden gezwungen. Die Angestellten der metallverarbeitenden Abteilung beklagen sich über Kopfschmerzen und Hautausschläge, da sie ohne passende Schutzkleidung und ohne Sicherheits-Anweisungen arbeiten müssen.

„Diese Probleme sind nicht neu in der Beschaffungskette von Apple. Apple hält sich nicht strikt an den eigenen Verhaltenskodex und bietet den betroffenen Arbeitern keine Rechtshilfe“, stellt Debby Chan, Autorin des Sacom-Berichts „iSlave behind the iPhone – Foxconn Workers in Central China“ fest.

Im Frühling 2011 haben Brot für alle und Fastenopfer gemeinsam mit einer internationalen Kampagne Apple dazu aufgerufen, bei den Zulieferern eine führende Rolle zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen einzunehmen. „Apple ist einer der Weltmarktführer in der Elektronikindustrie. Wir sind enttäuscht, dass Apple nicht auch im sozialen Bereich ein Vorbild ist und sich trotz mehrmaligem Nachfragen hartnäckig weigert, Gespräche mit international etablierten Nichtregierungsorganisationen zu führen“, sagt Philipp Rohrer, Koordinator der Kampagne „High Tech – No Rights“ von Fastenopfer und Brot für alle. Die einzige Telefonkonferenz im Mai 2011 endete ohne konkrete Ergebnisse.

Fastenopfer und Brot für alle fordern Apple auf, seinen Lieferanten gerechte Preise zu bezahlen und ausreichende Lieferfristen einzuplanen. Dadurch könnten die Löhne erhöht und übermässige Überstunden vermieden werden. Des Weiteren soll Apple die Kommunikation verbessern und die Transparenz erhöhen: Konsumenten und Käuferinnen sollen erfahren können, wie die Produkte hergestellt werden. Apple soll in Zusammenarbeit mit Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen nach Lösungen suchen, wie die Arbeitsbedingungen bei seinen Lieferanten verbessert werden können.

Kontakt
•    Pascale Schnyder – E-Mail / 031 380 65 80

Informationen
•    Der SACOM-Bericht „iSlave behind the iPhone – Foxconn Workers in Central China“
•   Brot für alle setzt sich seit 2007 für faire Arbeitsbedingungen in der Elektronikindustrie ein. Weitere Meldungen zum Thema »

 


04.10.11





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