Nachhaltige Wirkung trotz Spendenrückgang

Das Spendenergebnis 2010 ist für Brot für alle mit 11 276 067 Franken um eine knappe Million Franken tiefer ausgefallen als im Rekordjahr 2009. Dennoch sind entwicklungspolitische Erfolge erzielt worden, beispielsweise beim Abbau illegitimer Schulden. Zusammen mit dem Beitrag der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) konnten Gesamteinnahmen von 17 205 275 Franken verbucht werden. Davon flossen 11 896 246 in rund 400 Projekte von Partnerwerken.

Katastrophen wie das Erdbeben von Haiti und die Überschwemmungen in Pakistan haben 2010 in der Schweiz zu Recht eine grosse Solidaritätswelle in der Bevölkerung ausgelöst. Da Brot für alle keine Nothilfe-Projekte unterstützt, wirken sich solche Ereignisse jedoch eher negativ auf dessen Spendeneinnahmen aus.

Unfaire Handelsbeziehungen
Themenschwerpunkt des vergangenen Jahres waren die Ungerechtigkeiten des internationalen Handelssystems. Unfaire Handelsbeziehungen, Spekulationen mit Nahrungsmitteln und Eingriffe in die Agrarpolitiken führen dazu, dass die Lebensgrundlagen von Millionen von Menschen zerstört werden. Während der ökumenischen Kampagne stellte Brot für alle mit seinen Partnern Ansätze des Fairen Handels zur Diskussion. „Wir machten deutlich, dass eine andere, auf die Menschenrechte ausgerichtete Handels- und Wirtschaftspolitik möglich und nötig ist“, sagt Brot für alle-Zentralsekretär Beat Dietschy. „Wir zeigten Möglichkeiten für Konsumentinnen und Konsumenten auf, Menschen im Süden in ihrem Kampf für faire Arbeitsbedingungen und den Zugang zum Weltmarkt zu unterstützen.“

Entwicklungspolitische Schwerpunkte und Erfolge
Das entwicklungspolitische Engagement von Brot für alle richtete sich 2010 auf Missstände, die eine nachhaltige Entwicklung behindern und die Existenzgrundlagen von Menschen in Entwicklungsländern zerstören: missbräuchliche Finanztransfers, Korruption, Ausverkauf natürlicher Ressourcen und Raubbau an Bodenschätzen.

In Ecuador konnte Brot für alle zusammen mit dem Lateinamerikanischen Kirchenrat CLAI einen wegweisenden Erfolg verbuchen: Dank intensiver Lobbyarbeit wurde eine staatliche Kommission für die Überprüfung von Staatsschulden geschaffen. Das Andenland konnte durch die Kommission aufgedeckte illegitime Schulden (z.B. Kredite für nie umgesetzte Projekte oder Schulden, die der Bereicherung korrupter Eliten dienten) zu günstigen Konditionen zurückkaufen und spart so jährlich 300 Millionen US-Dollar Zinsen.

Als eine der ersten Organisationen der Schweiz hat Brot für alle das Thema «Land Grabbing» aufgegriffen und auf die Auswirkungen des Erwerbs riesiger landwirtschaftlicher Flächen im globalen Süden durch Regierungen, transnationale Unternehmen und institutionelle Investoren hingewiesen. „Damit sich der Hunger in Afrika nicht noch vergrössert, ist es unabdingbar, dass Firmen, die riesige Ländereien pachten und kaufen, ihre menschenrechtlichen Verpflichtungen einhalten“, sagt Miges Baumann, Leiter Entwicklungspolitik bei Brot für alle. „Mit der Schweizer Firma Addax Bioenergy, die in Sierra Leone massiv in Land investiert, standen wir im Jahr 2010 in einem intensiven Dialog, der auch 2011 weitergehen wird.“

Brot für alle hat seine Aktivitäten im Klima-Bereich verstärkt. Diese zielen darauf ab, Entwicklungs- und Landwirtschaftsorganisationen in den Ländern des Südens zu befähigen, ihre Projekte besser an Klimaveränderungen anzupassen und Vorkehrungen gegen Katastrophenrisiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu treffen. Die Klima-Workshops stossen auf eine zunehmende Nachfrage.

Den Jahresbericht und die Jahresrechnung 2010 finden Sie hier.

Kontakt und Interviewanfragen:
Pierre Reift, Leiter Marketing, Kommunikation, Bildung
Tel. 031 380 65 78, Mail


14.06.11





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