Computer: erfolgreich mobilisiert

Ungerechtfertigte Entlassungen rückgängig gemacht

Hoya Glass Disk (Thailand) muss 65 ArbeiterInnen wieder einstellen, die im Sommer ungerechtfertigt entlassen wurden. Ein Erfolg für die Gewerkschaft EEALU und die NGO's der Computerkampagne.

Bereits im Februar 2008 hat das Management der thailändischen Firma Hoya Glass Disk die Aktivitäten der Gewerkschaft EEALU (Electronics and Electrical Appliance Labour Union) eingeschränkt. Im Zeitraum von April bis August spitzte sich die Lage weiter zu, als die Firma 65 Angestellte aufgrund ihrer Aktivitäten in der EEALU entliess. Zeitgleich annulierte das Arbeitsministerium den Eintrag der EEALU als Gewerkschaft. EEALU liess sich aber nicht einschüchtern: Sie forderte Hoya Glass Disk auf, die entlassenen Angestellten wieder einzustellen und das Recht auf Versammlung zu respektieren.

Internationales Echo

Das holländische Netzwerk GoodElectronics hat in den vergangenen Monaten auf Anfrage der EEALU sowohl Hoya Thailand, die Muttergesellschaft in Japan, als auch Kunden von Hoya Glass Disk (Thailand) angeschrieben. Folglich haben Hewlett Packard und andere Markenfirmen am 9. Oktober 2008 ein Treffen mit dem Management von Hoya Thailand und Vertretern der EEALU arrangiert.

Parallel hat GoodElectronics auf seiner Website dazu aufgerufen, Hoya Glass Disk sowie die wichtigsten Kunden mit einem elektronischen Brief anzuschreiben. Nicht ohne Wirkung: zahlreiche Menschen weltweit haben sich an der Aktion beteiligt und elektronischen Briefe verschickt. Auch Fastenopfer und Brot für alle haben im Rahmen der Computerkampagne „High Tech – No Rights?” die Aktion mitgetragen.

Weltweiter Druck bringts

Der internationale Druck auf die Elektronikfirma von Seiten der Zivilgesellschaft wie auch den Computerfirmen hat nun dazu geführt, dass 47 der entlassenen Arbeiterinnen und Arbeiter wieder eingestellt worden sind. Die übrigen 18 Frauen und Männer haben darauf verzichtet, ihre alte Stelle wieder anzunehmen.

Die Versammlungsfreiheit und das Recht auf kollektive Verhandlungen sind verbriefte Arbeitsrechte, denen universelle Gültigkeit zukommt. Doch in der Elektronik- und Computerindustrie werden diese grundlegenden Arbeitsrechte immer wieder verletzt. Die Computerkampagne von Fastenopfer und Brot für alle will die Markenfirmen dazu bringen, ihre Verantwortung wahr zu nehmen und sich für bessere Arbeitsbedingungen auch in den Zulieferfirmen einzusetzen.

Zu www.fair-computer.ch


11.12.08 Von: bfa





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