Berichtigung Tischset „Fair – Unfair“

Auf dem Tischset, das Brot für alle und Fastenopfer anlässlich der Kampagne „Stoppt den unfairen Handel“ produziert haben, ist unter anderem auch von genmanipuliertem Reis die Rede.

Beim Begriff „genmanipuliert“ handelt es sich um eine aus Platzgründen angewandte Vereinfachung, bzw. Zusammenfassung verschiedener agroindustrieller Technologien zur Produktion von Saatgut (Biotechniken, Gentechniken, Hybridisierungstechniken). Zu Recht wurden wir darauf hingewiesen, dass gentechnisch veränderter Reis bislang nicht in grösserem Masse kommerziell angebaut wird. Konsument/innen hierzulande laufen also nicht Gefahr, Gentech-Reis in der herkömmlichen Reispackung oder -schale vorzufinden, wie das Bild auf dem Tischset eventuell suggerieren könnte.

Zur Gewinnung von neuem Saatgut werden moderne agroindustrielle Technologien eingesetzt, z. B. die Hybridisierungstechnik. Das so gewonnene Hybrid-Saatgut gibt dem Bauern grössere Erträge allerdings nur für eine Pflanzengeneration. Möchte der Bauer auch in der nächsten Anbausaison den Mehrertrag erzielen, kann er nicht auf das Erntegut zurückgreifen sondern muss neues Saatgut kaufen. 

Die Herstellung von Hybrid Reis-Saatgut wird schon von verschiedenen Firmen – insbesondere in China – mit modernsten Biotechnologien und anderen Verfahren betrieben. In China und anderswo sind diese veränderten Reissorten, welche die Bauern abhängig machen und sie zwingen, jedes Jahr neues Saatgut zu kaufen, stark auf dem Vormarsch. Dabei werden auch zunehmend Probleme mit Schädlingen festgestellt, die selbst mit einem höheren Einsatz von Pestiziden nicht genügend bekämpft werden können.

Zum Schutz der europäischen Konsument/innen und um das Eindringen von unbewilligten gentechnisch veränderten Organismen in den EU-Raum zu verhindern, verlangte die EU-Kommission im Februar 2008 die Einführung von Zertifikaten für chinesische Reisprodukte. Dennoch werden immer wieder Fälle von Produkten aufgedeckt, bei denen Rückstände von genmanipuliertem Reis gefunden wurden.

Der Verlust der Biodiversität sowie die sozialen und ökologischen Konsequenzen, die mit der zunehmenden Produktion von Hybrid-Reis-Saatgut einhergehen, werden von Brot für alle und Fastenopfer und ihren Partnern im Süden mit grosser Sorge beobachtet und in Zusammenarbeit mit Partner-Organisationen weltweit dokumentiert. In ihrer Entwicklungspolitik wie auch in der Entwicklungszusammenarbeit setzen sich die beiden Werke für eine kleinbäuerliche Produktion, ökologisch nachhaltige Anbaumethoden und die lokale und regionale Vermarktung in der Landwirtschaft ein, wie es auch der Weltagrarbericht aus dem Jahr 2008 fordert.

Bern / Luzern, 1.4.2010 – Brot für alle / Fastenopfer


14.04.10




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