Addax Bioenergy

Der Genfer Agrotreibstoff-Konzern Addax plant in Sierra Leone den Anbau von Treibstoffplanzen im grossen Stil. Der lokalen Bevölkerung verspricht er Wohlstand und Fortschritt. Doch wie sieht die Situation vor Ort wirklich aus? Mehr »

Publikationen

EinBlick 1/2011: "Water Grabbing" - der grosse Durst nach fremdem Wasser
Beim Erwerb immenser Flächen im Süden geht es um die Sicherung von Wasserressourcen für die Produktion von wasserintensiven Agrargütern für Industrie- und Schwellenländer.
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EinBlick 1/2010: "Land Grabbing" – die Gier nach Land
Der globale Aufkauf von Land durch Unternehmen, private Investoren und Staaten verschärft den weltweiten Hunger.
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Global land grabbing: issues and solutions
Eine für Brot für alle vefasste Studie von Anh-Nga Tran-Nguyen gibt einen Überblick über die aktuelle Diskussion und präsentiert internationale Lösungsansätze. Studie (pdf) »

 

"Land Grabbing" – die Gier nach Land

Ein neues Phänomen bedroht die Lebensgrundlage der Menschen in den Ländern des Südens: Der rasant fortschreitende Aufkauf riesiger Ackerlandflächen durch Regierungen, globale Unternehmen und private Investoren. Das so genannte „Land Grabbing“ verschärft den weltweiten Hunger und fördert die industrielle Landwirtschaft - mit fatalen sozialen und ökologischen Konsequenzen.

In Äthiopien wurden drei Millionen Hektaren Land für die Verpachtung an ausländische Investoren ausgezont, während landesweit mehr als 6.2 Millionen Menschen hungern. Ähnliches geschieht im Sudan, in Sambia, Mosambik, Madagaskar, Laos, Kambodscha und vielen weiteren Staaten, in denen die Mangelernährung der Bevölkerung gravierende Ausmasse erreicht hat. 

Der Ausverkauf von Land in den Ländern des Südens hat bereits gewaltige Dimensionen angenommen: So beziffert die Weltbank die seit dem Jahr 2006 verhandelten oder bereits verkauften und verpachteten Ackerflächen auf rund 50 Millionen Hektaren Land. Noch viel grösser schätzt die Nichtregierungsorganisation GRAIN, die als erste damit begann, diese Form der Landnahme systematisch zu dokumentieren, die effektive Fläche ein.

Land als Spekulationsobjekt

Der jüngste Boom nach bebaubaren Landflächen hat verschiedene Ursachen: Durch die Explosion der Nahrungsmittelpreise im Jahr 2008, die Finanzkrise, die Nahrungsmitteknappheit als Folge des Klimawandels sowie die steigende Nachfrage nach Agrotreibstoffen ist Agrarland zu einem interessanten Investitions- und Spekulationsobjekt geworden.  

Obwohl „Land Grabbing“ in vielen Fällen in legalem Rahmen stattfindet, meist durch Verträge zwischen Investoren und Regierungen, sind die Konsequenzen fatal und oft mit Menschenrechtsverletzungen verbunden: Einheimische Bauern werden vertrieben, verlieren ihren Boden und damit die Möglichkeit, sich und ihre Region zu versorgen. Hinzu kommt, dass die neuen Besitzer zur Ertragssteigerung meist auf industrielle Landwirtschaft setzen mit intensivem Einsatz von Pestiziden, Düngemitteln und genetisch modifiziertem Saatgut.

Trotz der verheerenden gesellschaftlichen, sozialen und ökologischen Auswirkungen gehen viele Regierungen der betroffenen Länder aus individueller Profitgier oder falschen Entwicklungsvorstellungen breitwillig auf die Deals ein. Wegen ungeklärten Landrechten ist es für sie ein Leichtes, ohne Rücksprache mit den Betroffenen ihre Geschäfte abzuschliessen.

Hinzu kommt, dass internationale Akteure wie etwa die Weltbank im „Land Grabbing“ eine „Win-Win-Situation“ sehen und nicht an verbindlichen Regulierungen interessiert sind.


Das macht Brot für alle

Als Teil eines internationalen Netzwerks setzt sich Brot für alle gegen diese neue Form des Kolonialismus ein.

  • Brot für alle hat eines der ersten grossen Expertenseminare zum Thema   “Land Grabbing“ unterstützt, das im Mai 2009 in Genf stattfand.
  • Brot für alle fördert Projekte, welche die Betroffenen vor Ort in ihrem Engagement gegen “Land Grabbing“ und für einen besseren Schutz ihrer Landrechte unterstützen.
  • Brot für alle trägt die Arbeit von GRAIN mit, welche sich als erste gegen den Landraub wehrte und Fälle von "Land Grabbing" systematisch dokumentiert: www.grain.org/ www.farmlandgrab.org
  • Brot für alle macht Öffentlichkeitsarbeit und sensibilisiert Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, z.B. durch den neuen EinBlick 1/2010: "Land Grabbing" - die Gier nach Land.
  • Brot für alle engagiert sich auf politischer Ebene, z.B. mit der Beteiligung an internationalen Konferenzen und über den Dialog mit Regierungen, etwa bezüglich einer rechtlich bindenden Unternehmensverantwortung