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Women for Climate Justice

Women’s Environment and Development Organization

 

 

Frauen sind vom Klimawandel besonders betroffen

Keine Frage, der Klimawandel trifft alle. Die geschlechtsspezifische Rollenverteilung sowie gesellschaftliche und kulturelle Bedingungen bringen es jedoch mit sich, dass sich Naturkatastrophen wie Dürren und Überschwemmungen auf Männer und Frauen unterschiedlich auswirken. 

Geschlechtsspezifische Ungleichheiten und Armut erhöhen die Verletzlichkeit der Frauen bezüglich der Folgen des Klimawandels. Gleichzeitig verschärft der Klimawandel geschlechtsspezifische Ungleichheiten, indem der die geschlechtsspezifischen Rollenzuschreibungen und damit auch die sozialen Ungleichheiten akzentuiert.

So werden etwa 60 bis 80 Prozent der Grundnahrungsmittel südlich der Sahara und in der Karibik werden von Frauen produziert. Bei Klimakatastrophen sind diese in extremer Armut lebenden Frauen mit ihren Familien besonders betroffen. Die wachsende Nachfrage nach Boden zur Produktion von Agrotreibstoffen erhöht zudem den Druck auf die knappen Landressourcen, die Frauen zur Verfügung stehen, und drängen sie auf unproduktiveren Boden. Die Ernährung ihrer Familien wird schwieriger.

Die Frauen sind teilweise auch gezwungen, zusätzliche Einkommensquellen zu suchen. Die Arbeitsbelastung steigt. Die Männer wandern auf der Suche nach Arbeit häufig ab. Die Mädchen werden von der Schule genommen, um die familiäre Versorgung zu sichern, und die Frauen in ihrer Arbeit zu unterstützen. Auch Wasserholen und Besorgen von Brennmaterial ist vorwiegend Frauenarbeit, oft benötigen sie aufgrund der Klimaveränderungen viel mehr Zeit für diese Arbeit. Zusätzlich haben Frauen meist auch weniger Zugang zu medizinischer Versorgung.

Auch bei Naturkatastrophen sind häufiger betroffen: 55 bis 70 Prozent der Tsunami-Opfer in Banda Aceh waren Frauen, denn sie hatten weniger Zugang zu Warnsystemen, konnten nicht schwimmen oder ihre Häuser nicht alleine verlassen.

Akteurinnen des Wandels

Frauen sind aber nicht nur Opfer der Klimaerwärmung, sondern auch wichtige Akteurinnen des Wandels. Ihre unterschiedliche Betroffenheit, Erfahrung und Rolle in der Gesellschaft tragen vielfältigere und andere Lösungen zur Bekämpfung der Ursachen und zur Anpassung an den Klimawandel bei. Dazu muss jedoch 

  • die Mitsprache von Frauen in den Regierungsdelegationen und Gremien wesentlich verbessert werden. Heute sind nur 15 - 25 Prozent aller Entscheidungsfunktionen von Frauen besetzt.
  • der Zugang und die Kontrolle über die natürlichen Ressourcen wie Land, Wasser und Energie muss für Frauen als Versorgerinnen der Familien gesichert sein.
  • der Zugang zu Informationen im öffentlichen Raum muss verbessert und Frauen in die Entwicklung von Frühwarnsystemen einbezogen werden.

Klimapolitik ist erfolgreich und nachhaltig, wenn sie die unterschiedlichen  Lebensrealitäten von Frauen, Männern und die geschlechtsspezifischen Ungleichheiten in ihren Lösungsstrategien berücksichtigt.