Weitere Informationen

Weiterführende Informationen zu Steuergerechtigkeit und Country by Country Reporting: www.taxjustice.net

Umfassendes Dossier zu den MDGs: www.alliancesud.ch

 

 

Kapital- und Steuerflucht: Neue Instrumente sind gefragt

Durch missbräuchlichen Gewinntransfer, durch Steuerflucht, Korruption und Geldwäscherei fliessen jährlich 860 bis 1000 Milliarden  US-Dollar aus armen Ländern ab.  Brot für alle fordert Massnahmen zur Unterbindung von Kapital- und Steuerflucht und zur langfristigen Finanzierung der Entwicklungshilfe.

Gegen die Schweizer Beihilfe zur Steuerflucht

Brot für alle begrüsste den Entscheid des Bundesrates im Jahr 2009, das Bankgeheimnis zu lockern. Denn nicht nur die USA und die EU werden von der Lockerung des Bankgeheimnisses profitieren, sondern auch die Länder des Südens, die am meisten unter der Steuerhinterziehung leiden. Allein durch fehlende Schweizer Amts- und Rechtshilfe in Steuerfragen gehen den Entwicklungsländern jedes Jahr schätzungsweise 5,4 Milliarden Schweizer Franken verloren.

Für mehr Steurtransparenz bei Konzernen

Brot für alle engagiert sich für Instrumente, die bei internationalen Konzernen mehr Steuertransparenz erlauben soll, wie z. B. die Rechnungslegung nach Ländern ("Country-by-Country Reporting"). Dieses Instrument verlangt, dass Konzerne ihre Umsatzzahlen, Gewinne und Steuern nach Ländern aufschlüsseln.

"Country-by-Country-Reporting" soll verhindern, dass internationale Konzerne ihre Gewinne in Steueroasen verlagern, um so ihre Steuern zu reduzieren. Damit könnten Entwicklungsländern versteckte Gewinne der Konzerne in ihrem Land erkennen und die Steuerreinnahmen dadurch markant erhöhen - eines der effektivsten Mittel für die nachhaltige Entwicklung dieser Staaten. Darum unterstützt Brot für alle die Arbeit der globalen Organisation Tax Justice Network, die sich weltweit für Massnahmen gegen Steuerflucht und Steuerhinterziehung einsetzt.

Für eine Finanzierung der Milleniumsziele

Im Jahr 2000 hat sich die internationale Gemeinschaft den Millenniums-Entwicklungszielen (MDG) der Uno verpflichtet: Unter anderem sollen Armut und Hunger in der Welt bis ins Jahr 2015 halbiert werden. Die internationale Gemeinschaft ist jedoch weit davon entfernt, die gestreckten Ziele auch nur annähernd zu erreichen: Noch immer sterben täglich 24'000 Menschen an den Folgen von Hunger und Unterernährung. 

Brot für alle verlangt, dass die Staatengemeinschaft die nötigen Mittel bereitstellt, damit die Entwicklungsziele der Uno verwirklicht werden können.

Ein Instrument dafür ist eine minimale Steuer auf Devisentransaktionen, die sogenannte Tobin-Steuer. Mit einem Satz von nur gerade 0.005 Prozent ergäbe sich jährlich ein Betrag von 33 Milliarden US-Dollar. Brot für alle fordert die Einführung der Tobin-Steuer um so zusammen mit den bestehenden Budgets die Entwicklungsziele der Uno zu finanzieren.