Keine Zahlungspflicht!

Zahlreiche Entwicklungsländer zahlen für ihren Schuldendienst an reiche Länder und internationale Finanzinstitutionen mehr als sie in soziale Ausgaben investieren können. Viele Kredite wurden jedoch unter illegitimen Bedingungen gewährt.

Eine Initiative Ecuadors hat die Frage nach den illegitimen Schulden neu aufgeworfen. Gemeint sind damit Schulden für gescheiterte Projekte oder für die militärische Aufrüstung, Schulden, die in erster Linie den privaten Konsum der Machthaber finanzierten oder der Korruption dienten. Kurz: Schulden für bereitgestellte Mittel, von denen die breite Bevölkerung nie profitierte.

Kredite im Interesse der internationalen Finanzwelt

Weil die internationale Finanzwelt in den 1970er Jahren ungewöhnlich liquide war, suchte sie nach Möglichkeiten, um die neu anfallenden Petrodollars zu platzieren. Deshalb wurden Kredite gesprochen, ohne die regionalen Bedürfnisse und Gegebenheiten zu beachten. Nicht die Bedürfnisse der Entwicklungsländer, sondern die Zyklen der internationalen Finanzwelt bestimmten den Fluss der Kredite. Jetzt fragen die Empfänger, wer unter diesen Umständen für die Überschuldung verantwortlich ist.

Brot für alle setzt sich seit Jahrzehnten für die Entschuldung der Länder des Südens ein. Vor allem illegitime Schulden sind zu streichen. In Ecuador unterstützt Brot für alle eine Initiative, bei welcher der Ökonome Franklin Canelos dank Brot für alle aktiv in der staatlichen Kommission zur Überprüfung der Legitimität der Auslandsschulden mitmachen konnte.