Entschuldung der Entwicklungsländer

Entwicklung braucht Entschuldung, diese Forderung vertritt Brot für alle seit mehr als 20 Jahren. Entschuldung sollte dabei nicht als eine Grossherzigkeit der Geberländer verstanden werden. Vielmehr geht darum, dass die Geberländer zusammen mit den Schuldnerländern ihre Verantwortung wahrnehmen.

Im Jahre 2011 wird das schweizerische Entschuldungsprogramm 20 Jahre alt. Die Schuldenproblematik bekam in dieser Zeit zwar mehr Gewicht, doch gelöst wurde sie nicht. Im Jahre 2009 befanden sich gemäss UNCTAD 49 arme Länder in einer finanziell kritischen Situation. Entschuldungsinitiativen, so zeigt die Vergangenheit, können zwar sehr wohl Gelder für Entwicklungsprojekte freimachen und sich damit positiv auf die Entwicklung eines Landes auswirken, jedoch scheinen sie keine langfristige Lösungen bieten zu können. Ihr Fokus liegt alleine auf dem Schuldnerland und auf der Beseitigung von Altlasten, dabei werden das zukünftige Schuldenmachen und die Mitverantwortung der Geberländer vernachlässigt.
Brot für alle fordert, dass bei illegitimen Schulden , welche nicht dem Wohl der Bevölkerung gedient haben, die Geberländer die Verantwortung und damit die finanzielle Last tragen müssen. CLAI, eine Partnerorganisation von Brot für alle, hat sich in Ecuador erfolgreich für eine solche Lösung eingesetzt – heute spart das Land jährlich Zinsen von 300 Millionen US-Dollar.
Ausserdem unterstützt Brot für alle die Kampagne "Entschärft die Schuldenkrise", die ein staatliches Insolvenzverfahren fordert, welches die zum Teil willkürlichen, ad hoc Entschuldungsinitiativen der Vergangenheit ersetzten soll.

Pionierarbeit

1991 beschloss das Schweizer Parlament im Rahmen der 700-Jahrfeier als eines der ersten Geberländer einen Teil der Schulden den Entwicklungsländern zu erlassen. Dies ging nicht zuletzt auf die Petition "Entwicklung braucht Entschuldung" zurück, welche von Brot für alle und anderen Hilfswerken eingereicht wurde und von 250‘000 Menschen unterschrieben worden war.